My
beautiful laundrette - a hyperfiction project
Die Britische Gesellschaft mal anders - von Drogenproblemen bis
zur Liebesgeschichte ist alles dabei.
Zum
Abschluss des Schuljahres 2002/2003 sah sich der Englisch Grundkurs
der Stufe 12 vor eine besondere Herausforderung gestellt: Herr
Broich erteilte uns die Aufgabe, ein „Hyperfiction Projekt“
über Hanif Kureishis Drehbuch „My Beautiful Laundrette“
zu erstellen.
Was um Himmels Willen ist „hyperfiction“ oder ein
Hypertext? Dieser Frage sahen sich auch die Schüler als allererstes
konfrontiert. Es ist ein fiktionaler Text, der so zusammengestellt
ist, dass der Leser selbst entscheiden kann, in welcher Weise
bzw. Reihenfolge er ihn lesen will. Diese nicht-lineare Struktur
ist auf vielen Internetseiten zu finden; meist kennzeichnen „Links“
den Weg zu verschiedenen Texten eines Themas.
Auch unsere Projekte sollten im Internet erscheinen. In Zusammenarbeit
mit Cerstin Henning, Lehrerin für Englisch und Web-Design
am Kölner Berufs-Kolleg Humboldtstraße, wurde Schritt
für Schritt eine Internetseite auf die Beine gestellt.
Der erste Schritt bestand darin, den Kurs in Gruppen aufzuteilen
und Themen für die Projekte zu finden. Einige entschieden
sich näher am Text des Buches zu bleiben. Sie behandelten
die Beziehungen zwischen den verschiedenen Charakteren, ihre Probleme
oder den Hintergrund der Britischen Gesellschaft der 80er-Jahre.
Andere gingen ganz anders vor. Sie erstellten Fortsetzungen der
Geschichte, in denen der Leser entscheidet, wie die Personen handeln
werden. Er bestimmt selbst den Ausgang.
Nachdem die Texte geschrieben waren, ging es zum zweiten Schritt.
Die Struktur des Projekts wurde ausgearbeitet, um die Verknüpfung
der einzelnen Textseiten und unsere individuellen Wünsche
(Fotos oder Hintergrundfarben) zu verdeutlichen. Jede Gruppe erstellte
ein „Storyboard“, das Frau Henning half, die Internetseite
entsprechend unserer Vorstellung zu entwerfen. Sie zeigten, welcher
Text die Startseite zur Einführung des Lesers darstellte
und mit welchen Texten man fortfahren konnte. Alle Gruppen bedienten
sich der nicht-linearen, verknüpften Struktur. So kann der
Leser seine Texte frei wählen.
Zuletzt wurden Storyboards, Texte und Bilder zu Frau Henning geschickt,
die sich mit ihrer Umsetzung eine Nacht um die Ohren schlug. Die
Arbeit hat sich gelohnt. Es entstand eine umfangreiche Ausarbeitung
zu Hanif Kureishi: „My Beautiful Laundrette“ .
Der Kurs ist stolz auf sein Werk. „Es war ein lohnenswertes
Projekt,“ so vertritt Fabian Deus die Meinung des Kurses.
Er arbeitete an einer Fortsetzung der Geschichte („The story
must go on“). Für dieses Thema habe man sich in die
Charaktere hineinversetzen müssen, um ihre Sprache genau
zu verstehen und umzusetzen.
Die individuelle Arbeit war eine gelungene Abwechslung zum normalen
Unterricht, in dem der Schüler die Lernmethode vorgeschrieben
bekommt. Gerne hätten wir uns mehr mit der Umsetzung des
Projekt beschäftigt, die Internetseite vielleicht sogar selbst
erstellt. Leider fehlten uns dazu die Mittel und die Zeit. Dennoch
erweiterte die Arbeit unser Verständnis von Internetprojekten,
worauf wir gut aufbauen können. Solche Projekte sollten beibehalten,
nach Möglichkeit sogar ausgebaut werden.
Von Carina Lange